Die unten gezeigten Kiltpins oder Kiltnadeln sind ein Beispiel dafür, daß viele Kleinigkeiten aus vergangenen Zeiten zwar manchmal wieder gefunden werden und auftauchen, wir aber nicht sicher sein können, was sie sind und wozu sie wirklich benutzt wurden.

Im ZUge der Recherche zu der Ausrüstung von Grenadieren aus dem 42ns Royal Highland Regiment kam bei uns, als die Kilts besprochen wurden, die Frage auf, wie diese eigenltich geschlossen wurden. Bis dahin haten wir eine rel. gute Vorstelung davon, wie die Kilts auszusehen hatten, also welche Muster benutzt wurde (für unsere Kompanie, also die Grenadiere der Black Watch, waren es anscheined zwei verschiedene, die parallel erwähnt wurden), aus wieviel Stoff ein Kilt bestand und wie die Falten auf der Rückseite genäht wurden. Zur Frage des Verschlusses hattenw ir aus Quellen unser Regiment betreffend de facto aber nur diese Textstelle aus den Erinnerungen von James Anton, der am Spanienfeldzug Welingtins teilnahm und auch bei der Schlacht von Waterloo dabei war:

 "Not so Henderson; he fell over the bundle dropped at his feet, with his face pressed against the soft miry field; the colonel overtook him as he recovered, seized him by the kilt, the pins of which yielded to the tug, and left his naked posteriors to some merited chastisement. This excited bursts of laughter from all the men, and the poor fellow afterwards declared that he was more vexed at the laughter than hurt by the punishment."  (J. Anton, Royal Highlander, S. 98)

 Anton erwähnt hier alsio eindeutig "pins" (also Nadeln), die dem Zug des Colonels nachgaben und so der Verschluß des Kilts sich löste. Aus anderen Quellen zu anderen Highlandregimenters (v.a. des 92nd) wußten wir, daß manchmal aus Knöpfe und Bänder zum Knoten erwähnt wurden. Wir wolten aber diese pins. Nach einigen Versuchen mit einfachen geraden Nadeln hatte sich aber erwiesen, daß diese nur bedingt taugen, weil sie sich unter normaler Belastung schnell verbiegen oder rausrutschen und so immer wieder nachgeschoben werden müssen.

Durch einen Zufall fanden Mitglieder unserer Gruppe dann die unten abgebildete "Sicherheitsnadel" im Stadtmuseum von Ligny, in einer Vitrine mit Funden aus den Schlacht von Ligny und Quatre-Bras vom 16. Juni 1815 - also zwei Tage vor der Schlacht von Waterloo . Sie wird hier mit anderen Relikten, die auf das 42nd RHR hinweisen (u.a. eine Regimentsplakette) aufbewart, was darauf hindeutet, daß sie zusammen gefunden wurden. In Quatre-Bras war das 42nd RHR mitbeteiligt udn erlitt so schwere Verliuste, daß es zwei Tage später bei Waterloo nur in der Reserve gehalten wurde.

 

Kurzum: vieles deutet darauf hin, daß die etwas seltsam aussehende recht grosse Sicherheitsnadel ein Kiltpin ist, ähnlich denen, die Anton in seinen Memoiren erwähnt. Sicher sein können wir uns hhier allserdings erstmal nicht.

 

Quellen und weiterführende Links:

  • James Anton, Royal Highlander. A soldier of H.M. 42nd (Royal) Highlanders during the Peninsular, South of France & Waterloo Campaigns on the Napoleonic Wars. Eyewitness to War Series, Leonaur Ltd, 2007.
  • Originalausgabe unter dem Titel: James Anton,  "Retrospect of a Military Life: During the Most Eventful Periods of the Last War", Edinburgh 1841. bei GoogleBooks
  • zu Sgt. James Anton: https://blackwatchmuseum.wordpress.com/2015/06/12/waterloo-connections/