Konzepte der Darstellung

"Lebendige Geschichte" (oder "living history") ist zunächst mal die Beschäftigung mit verschiedenen Aspekten der Geschichte und deren Präsentation vor und für ein Publikum. Das "Wie" der Präsentation kann sich je nach dem jeweils behandelten Thema unterscheiden: hierunter können sowohl "Re-enactments", also Nachstellungen historischer Begebenheiten wie z.B. die Schlachtnachstellungen verschiedener Schlachten aus den Napoleonischen Kriegen, oder im weitesten Sinne auch die Landshuter Hochzeit in Landshut, wie auch Belebungen in Freilandmuseen, Vorführungen alter Handwerkstechniken in Museen, historische Modenschauen und ähnliche Aktionen fallen.

Bei den von Veranstaltungen, an denen wir teilnehmen - und im höheren Grad bei den von uns selbst Organisierten - achten wir darauf, den Besuchern nicht nur die Details der Kleidung, Küchenausstattung oder des Handwerkszeugs in Aktion zu präsentieren, sondern auch, sofern es die Umgebung zuläßt, ein stimmiges und soweit es geht komplettes Bild der Vergangenheit zu zeigen. Also z.B. in einer Dorfumgebung nur Tätigkeiten auszuüben, die in der jeweiligen Zeit in einem Dorf gemacht wurden, natürlich auch mit der entsprechenden Kleidung. Ebenso in einem militärischen Kontext usw..

Ebenso versuchen wir, eine moderne Umgebung zu integrieren, indem wir z.B. seit alters her benutzte Plätze und Häuser, so nutzen, wie sie Inder Vergangenheit genutzt wurden, obwohl der heutige Zweck ein anderer ist, oder durch die Einbeziehung der Einrichtung/ Ausstattung eines Raumes in Vorführungen. Dies kann z.B. eine Modenschau inmitten einer Museumsausstellung sein, bei der die Besucher die zeitgenössischen Vorlagen an den Wänden und den faßbaren Nachbau (=die Kleidung, die ein Darsteller trägt) nebeneinander sehen. Als drittes Element kann hier dann noch der Vergleich zur heutigen Mode anhand eines Freiwilligen aus dem Publikum hinzukommen.

Uns ist es wichtig, daß die Besucher unserer Veranstaltungen (und, außerhalb Besucherzeiten wir selbst natürlich auch) Geschichte mit so vielen Sinnen wie möglich erfahren: durch Anfassen der Stoffe, verschieden gegerbter Lederhäute und Hölzer, durch Tragen der Kleidung und Rüstungen, durch Schmecken der nach überlieferten Rezepten zubereiteter Lebensmittel oder Riechen an zerstossenen Gewürzen, Färbesud oder Farben und Firnissen, durchs Nachbauen und Ausprobieren von Werkzeugen und Utensilien und natürlich durchs Sehen des gesamten Ensembles.

 

 

Unser Konzept einer Burgbelebung auf Schloß Rochlitz in Sachsen. Die für 2013 geplante Veranstaltung ist zwar wegen Hochwasser in Rochlitz ausgefallen, jedoch wollen wir in Zukunft einen neuen Versuch wagen, die Veranstaltung zu verwirklichen.

Hofbelebungen im Freilandmuseum Neusath-Perschen - Konzept und Zielsetzung der Veranstaltungen.